Der Arbeitskreis stellt sich vor:

 

HERZ UND KOPF GEHÖREN ZUSAMMEN

Die Thematik Völkerwanderung ist allen bekannt. Über eine Million Menschen sind inzwischen in der Bundesrepublik angekommen, über einhunderttausend in Baden-Württemberg.

Eine echte Herausforderung für unser Land , aber auch für unsere Gemeinde....

Im Oktober 2015 hat Bürgermeister Andreas Metz, in Anbetracht der Tatsache globaler Krisen, dass Flüchtende auch unserer Gemeinde vom RNK zugewiesen werden, die Bürgerschaft zu einer ersten Veranstaltung ins Rathaus eingeladen, mit der Bitte um Verständnis und Unterstützung im Alltag.

DAS MITEINANDER WILL GELERNT SEIN

Nach diesem ersten Treffen im Rathaus mit nachvollziehbaren Informationen und einem regen Austausch, signalisierten über 80 Personen, bunt gemischt aus ganz Ilvesheim, dass sie zur Mitarbeit und Hilfe bereit sind. Kurze Zeit später formierte sich ein fester Arbeitskreis (AK) mit 20 Mitgliedern, benannten Doris Hartmann und mich als Sprecher, die Aufgabenschwerpunkte im Team für die nächsten Monate festzulegen.

Um die Integration gut vorzubereiten, trifft sich der AK monatlich mittwochs im Saal des Bürgerhauses, ab März im Witz-Keller. Eingeladen haben wir zu zwei öffentlichen praxisbezogenen Gesprächsrunden mit kompetenten Referenten (Hans-Hermann Büchsel, Mitglied der Initiative Kirchheim (HD) sagt JA! und Manfred Beuchert, Referatsleiter im Regierungspräsidium Karlsruhe). Beide Veranstaltungen waren gut besucht und erfreulich, immer mit weiteren AK-Mithilfeangeboten, sodass wir aktuell auf fast 100 Personen im EHRENAMT mit verschiedenen Aufgabenschwerpunkten und Einsatzgebieten zurückgreifen können, wenn unsere Aufgaben richtig beginnen. Wenn es gilt, als Gemeinschaft sofort auf Anforderungen und Wünsche der neuen Mitbürger*innen reagieren zu können, die ersten Hürden gemeinsam zu meistern....

Zunächst jedoch war das Rathaus gefordert, die UNTERBRINGUNG und die VERSORGUNG zu organisieren. Die Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und AK ist von gegenseitigem Vertrauen geprägt, der Bürgerdienst ein wichtiges Bindeglied. In der Gemeinde leben bisher 13 Personen im Familienverbund.

Bis Dezember erwartet die Gemeinde 47 Flüchtende, ob Männer oder Frauen, Familien mit Kindern, ist noch nicht bekannt. Weitere Prognosen sind noch zu früh, Zuzüge aber zu erwarten.

Gemeindliche Wohnräume kann die Gemeinde derzeit aus eigenem Bestand zur Verfügung stellen, weitergehende Lösungen sind von Verwaltung und Gemeinderat angedacht und in Bearbeitung, wichtig auch hinsichtlich einer zukünftigen Anschlussunterbringung.

Im weiteren Verlauf ist es unser aller Aufgabe, die INTEGRATION derjenigen zu erleichtern, zu meistern, die mit uns in Ilvesheim leben werden.

Wir besuchen Seminare und Vorträge, informieren uns bei Arbeitskreisen der Region, die bereits Erfahrungen gesammelt haben.

JA – DIE INTEGRATION GEHT NUR GEMEINSAM

Unser Bestreben daher auch, unser Netzwerk von engagierten Personen weiter auszubauen und funktionstüchtig zu halten. Je mehr Menschen mithelfen, desto einfacher ist zusammen mit der Gemeindeverwaltung und dem Gemeinderat, diese Herausforderung zu organisieren.

Damit aber ein Zusammenleben und arbeiten überhaupt gelingen kann, steht das Erlernen der DEUTSCHEN SPRACHE an erster Stelle, eine Aufgabe für Einzelpersonen oder im Familienbund. AK-Mitglieder bieten diese Kurse bereits im Rathaus kostenfrei und regelmäßig an, erfreulich, auch weitere Damen und pensionierte Lehrkräfte haben wir inzwischen in unseren Reihen.

Eine diskutierte Verpflichtung deutsch zu lernen, setzt jedoch entsprechende Voraussetzungen aus: Bundesweit sind die Sprachkurse überfüllt, noch mangelt es an qualifizierten Lehrern*innen und Einrichtungen.

Auch das frühzeitige Erkennen von Kompetenzen und Potenzialen von Flüchtlingen wäre ein Schub für die Integration.

In unseren Überlegungen spielen auch zukünftige Angebote nicht nur für Flüchtlinge, sondern gemeinsam mit Flüchtlingen, eine wichtige Rolle.

So ist das rege örtliche VEREINSLEBEN für eine starke Mitarbeit zu gewinnen, zu überzeugen, dass beide Seiten mit der Zeit davon profitieren, unter dem

Motto < TEILHABEN AN UNSEREM LEBEN > AN SPORT-MUSIK-KULTUR – im ALLTAG, als HILFE zur SELBSTHILFE, dies steht demnächst mit im Vordergrund unserer Bemühungen. Wurde auch bereits von verschiedenen örtlichen Institutionen oder auf privater Basis mit Erfolg angeboten.

Wie bereits benannt, bestehen in unserer Bevölkerung unterschiedliche Auffassungen, wie Flüchtlings- und Einwanderungspolitik im Einzelnen aussehen soll. Diese Kritik nehmen wir ernst, begegnen wir offen.

Aber auch von Flüchtlingsseite gibt es Beispiele eines gewissen Anspruchdenkens, so über die Wohnqualität, die Ausstattung und mehr. Auch die Arbeitsmöglichkeiten sind stark eingeschränkt, eigentlich unbefriedigend nicht nur für Personen, denen ein längeres Bleiberecht eingeräumt wurde.

Einigkeit sollte aber zumindest darin bestehen, dass wir alle zunächst Menschen als Menschen begegnen:

Mitgefühl und Kritik passen gut zueinander und können nebeneinander gedeihen, denn Herz und Kopf gehören zusammen!

Wir, der AK, sind keine GUT MENSCHEN mit indifferentem MULTI KULTI Verständnis, vielmehr verkörpert unser Leitbild ein Zusammenleben in wechselseitiger Achtung auf Basis gemeinsam geteilter Werte. Wir müssen die Herausforderungen einer Migration- und Integrationsgesellschaft annehmen und danach trachten, dass ein Zusammenleben einer demokratischen Gesellschaft mit ethnischen und religiösen Mitbürgern*innen funktioniert.

 

So ist es auch eine unserer Aufgaben als AK, die Werteordnung Deutschlands nachvollziehbar darzustellen, wie Gleichberechtigung, Meinung - und Religionsfreiheit. Es ist nicht nur ein Gebot des Asylrechts, sondern vor allem Menschlichkeit, die ankommenden Flüchtenden in unserer Gemeinde zu unterstützen, gemeinsame Werte zu vertreten und zu stabilisieren:

Eine GESELLSCHAFTLICHE AUFGABE mit RESPEKT als wichtigste Tugend.

 

Aber auch gegenüber unseren alten Menschen, diese nicht auszugrenzen, deren Würde zu achten und die bisherige notwendige Unterstützung zu Gunsten der Aufnahme von Flüchtenden zu vernachlässigen.

All dies bedarf der Bereitschaft der Politik, rasch sehr hohe finanzielle Mittel bereit zustellen und auch auszuzahlen, für Ankunft und möglichst zeitgleich auch in den Wohnungsbau, ebenso in den Arbeit -und Bildungsbereich. Dies zu negieren, hieße viele Euros phantasielos für Fehlausgaben zu verschwenden...

Ein gewichtiger Fakt, mit Zustimmung Deutschlands, die drastische Kürzung für Lebensmittel. Die Vereinten Nationen haben wegen Geldmangels damit begonnen, ihre Lebensmittelhilfe für die Bevölkerung in Syrien zu reduzieren. Die Hilfsleistungen wurden um 40 Prozent gesenkt, sagte Elisabeth Rasmusson vom Welternährungsprogramm (WFP). Demnach wird die UN-Organisation zwar wie bisher Lebensmittel an 4,2 Millionen Menschen in Syrien verteilen, doch werde sie die individuelle Menge stark reduzieren. Eine irrationale Fehlentscheidung, wie man heute weiß, denn dadurch wurde die Flucht zu einer Völkerwanderung.

Was auch wenig zur Kenntnis genommen wird: Die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein Westfalen tragen 50 % des Etats für Flüchtlinge in Deutschland

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Dies ist ein Situationsbericht über die ersten Schritte des Arbeitskreises

Ein besonderer Dank gebührt dem gesamten AK für die gezeigte Geschlossenheit, für Ideenreichtum und die Einsatzbereitschaft mit Blick auf kommende Aufgaben!

 

Für Fragen und Anregungen sind wir gerne Ihre Ansprechpartner,

 Dieter Münster und Doris Hartmann / Postfach 1153 / 68549 Ilvesheim

 

www.integration-ilvesheim.de

 

 

Stand: Februar 2016 / mü

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Was war bisher?

Ehrenamt in Ilvesheim - das bedeutete im September 2015 80 Personen, die dem Aufruf von Bürgermeister Metz gefolgt sind und am Runden Tisch zum Thema Flüchtlinge teilgenommen haben. (Siehe Pressemitteilung vom 24.09.2015) Seit dieser Veranstaltung haben sich 20 Menschen, die zum Teil auch aus den umliegenden Gemeinden kommen, bereit erklärt, an einem festen Arbeitskreis teilzunehmen.

 

Die Aufgaben des Arbeitskreises sind vielfältig, sie reichen vom Deutschunterricht, der einer der wichtigsten Schritte zur Integration der Asylbewerber ist, über die alltägliche Begleitung bei Arztbesuchen und Behördengängen bis hin zu Veranstaltungen für und mit den Menschen, die bei uns eine neue Heimat finden wollen.

 

Besonders erfreut sind wir über die Teilnahme eines ehemaligen Asylbewerbers, der mittlerweile anerkannt ist. Er hat sich eine Wohnung in Ilvesheim gemietet und arbeitet in Mannheim. Den Asylbewerberprozess hat er selbst durchlaufen, daher ist er für unseren Arbeitskreis eine große Bereicherung.

 

Der Arbeitskreis wird regelmäßig zusammenkommen und in Abstimmung mit der Gemeindeverwaltung und dem Landratsamt tätig werden.


Wenn Sie sich selbst auch aktiv und regelmäßig in unserem Arbeitskreis betätigen möchten, melden Sie sich gerne bei uns unter der Rubrik "Kontakt".