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Newsletter für alle Aktiven Oktober 2018

Liebe Freunde und Mitstreiter, 

Bitte entschuldige, dass wir uns so lange nicht mehr gemeldet hatten. Das Thema Datenschutz hat uns in der letzten Zeit sehr beschäftigt und wir wollten dabei auf keinen Fall irgendetwas falsch machen.

 

Wir sind aber inzwischen auf gutem Weg, und glauben, neue Newsletter wieder versenden zu können. Stefan wird nach und nach dann auch die anderen Dinge fertigstellen um eine komplette Datenschutzerklärung zustande zu bekommen, die auch uns vor Klagen wegen eventueller Verstöße gegen die aktuelle Fassung der DSGVO schützen soll. Uns ist der Schutz deiner Daten sehr wichtig. Deshalb speichern wir auch, wie in der Mail beschrieben, möglichst wenig davon. Eigentlich sind es lediglich die Kontaktdaten. Und du kannst, falls du das nicht möchtest, jederzeit einfach eine kurze Rückmeldung an uns schicken. Wir löschen sie dann selbstverständlich sofort. 

 

 

Unser Sommer?

Im großen deutschen Sommertheater gab es dieses Jahr: „Seehofer gegen den Rest“. Eine Serie von Stücken, die uns wirklich gar nicht gefiel. Von den wirklich großen Aufgaben war dabei leider keinerlei Rede: Was machen wir mit den Flüchtlingen, die schon hier sind? Wie schaffen wir die Integration? Stattdessen ging es um die Zurückweisung von Flüchtlingen aus Spanien zu kümmern, die vielleicht einmal über Österreich bei uns einreisen wollen. Chemnitz, Rechtsruck, Demos, Tote und Verletzte – In den Medien entstand insgesamt der Eindruck eines ganz großen Rechtsrucks in Deutschland oder zumindest einer zutiefst gespaltenen Haltung zum Thema Integration von Flüchtlingen. Eventuell ist das aber gar nicht so. Wissenschaftler sehen die Sache anders. Alle Infos und überraschende Ergebnisse einer Studie genau zu diesem Thema findest du hier:http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/fluechtlinge-integration-bereitet-deutschland-wenig-sorgen-a-1227789.html

 

Dazu passt auch sehr gut die Tatsache, dass fast 10.000 Menschen an einem Feiertag sich die Zeit genommen haben FÜR Demokratie, Menschlichkeit und Rechtsstaat“ in Mannheim auf die Strasse zu gehen. Verschiedenste Menschen aus Sport, Kultur, Kirche …. Alte Damen und junge Ausgeflippte, Mannheimer und Migranten, viele Ilvesheimer (auch Herr Metz). Das tut besonders deshalb gut, weil man sonst ja immer nur die hört, die gegen etwas sind.

 

Ja – und unser wirklicher Dauerbrenner kam fast überhaupt nicht in den Medien vor: Behörden und Ämtern, die sich immer noch nicht an die Situation angepasst haben. Jeder von uns weiß, dass dies immer noch erheblicher Anstrengungen bedarf. Die Hauptamtlichen und Behörden stellen uns, der Sache, und auch manchmal sich selbst immer noch Fallen, die vernünftige Lösungen nicht schnell oder gar nicht zulassen. Im Zuge der großen Flüchtlingswelle war viel davon die Rede, dass sich diese im Krisenmodus befanden und der Lage teilweise nicht mehr Herr geworden sind. Das ist jetzt drei Jahre her, aber leider müssen wir heute feststellen, dass wir in vielerlei Hinsicht in unserer Arbeit immer noch davon betroffen sind. Ein Nebeneinander, das niemandem hilft, prägt unseren Alltag – ein Miteinander würde es für alle Beteiligten einfacher machen. Vielleicht wäre es sinnvoll, nicht nur Geflüchtete in unsere Gesellschaft zu integrieren, sondern auch alle Behörden und Ämter.

 

Und dann war da noch Özil. Der gab zu, dass zwei Herzen in seiner Brust schlagen – und viele waren sehr überrascht. Er zeigt uns klar auf, wie schwierig Integration, auch über Generationen hinweg, zu schaffen ist, wenn man die Menschen damit alleine lässt. Und vermutlich geht es Millionen Deutschen mit Migrationshintergrund ganz genauso. In Ilvesheim lag der Ausländeranteil 2015 bei 8,1% - zusammen mit Eingebürgerten und den Neuankömmlingen haben wir also sicherlich über 1.000 Menschen mit Migrationshintergrund. Geht es denen nicht auch genauso wie Özil? Totale Integration dauert eben mehrere Generationen… Wir können zwar helfen, dass es schneller und einfacher geht, aber die Natur der Menschen nicht „abschalten“. Und das ist auch gut so. Denn nur so können wir auch unsere Kultur aus den anderen Schritt für Schritt bereichern. Das geht auch nicht auf Knopfdruck.

 

 

 

 Kurznachrichten (Details dazu auf unserer Internetseite im internen Bereich/Chat)

  • Fotos: eine Ehrenamtliche hat sich darüber beschwert, dass wir ein Foto vom Café der Kulturen veröffentlicht haben, auf dem sie (ungefragt) zu sehen ist. Deshalb hat der Lenkungskreis beschlossen, nur noch Fotos von Personen zu veröffentlichen, die zuvor einer Veröffentlichung zugestimmt haben. Fotos können trotzdem, meist über einen Link zur „dropbox“, von euch zur privaten Verwendung heruntergeladen werden.
  • Diagnose in der Muttersprache: über 200 Ärzte mit Fremdsprachenkenntnissen in Mannheim. Von Augenheilkunde bis Zahnmedizin. Auch Logopäden, Ergotherapeuten, Psychiater und Hebammen. Mehr dazu: AG Arzt und Gesundheit

 

Lenkungskreis

  • Am 19. Juli traf sich der Lenkungskreis mit dem Verwaltungsausschuss der Gemeinde, also mit Mitgliedern des Gemeinderats, dem Bürgermeister, dem neuen Hauptamtsleiter, Herrn Schneider, Herrn Tholé sowie Frau Schütt. Wir haben dabei deutlich gemacht, dass unserer Meinung nach das Thema Integration und Flüchtlinge unterrepräsentiert ist, haben sowohl über die Situation der Flüchtlinge in Ilvesheim als auch die des AKI informiert. Wir glauben, dass eine Sensibilisierung stattgefunden hat.

    Wir haben Kritik an der weiterhin mangelhaften Zusammenarbeit mit uns geäußert und darauf hingewiesen, dass u.a. auch dies zur Demotivation in unseren Reihen führt. Es fällt schwer, neue Ehrenamtliche zu begeistern, wenn bei uns selbst die Begeisterung so oft getrübt wird. Außerdem vermissen wir Initiativen der Gemeinde, die zur Integration der Flüchtlinge beitragen und eine langfristige Strategie, die zeigt was und wie die Gemeinde die Integration fördern will. Heute entsteht der Eindruck, dass die Gemeinde sich ausschließlich um die Unterbringung kümmert. Die Integrationsarbeit soll hauptsächlich Frau Schütt machen – und das genügt unserer Ansicht nach nicht.

    Wir haben die Gemeinderäte dazu aufgefordert uns zu unterstützen.

    Wir brauchen:
  • Eine Stimme mit Gewicht für Sozialarbeit mit Flüchtlingen in der Verwaltung
  • Mehr Ehrenamtliche für den AKI
  • Mehr Hauptamtliche für die Sozialarbeit mit Flüchtlingen
  • Arbeits- und Ausbildungsplätze, sowie Praktikumstellen für Flüchtlinge


   Konkrete Ergebnisse: 

    • es wird in Ilvesheim ein Integrationsausschuss gebildet, der mindestens 3x jährlich zusammenkommt
    • der Gemeinderat will an der Formulierung einer langfristigen Zielsetzung zum Thema Integration in Ilvesheim arbeiten

  • Verwirrung entstand, als wir berichtet haben, dass eine zentrale Unterbringung für Flüchtlinge, so wie es unsere Nachbarn in Edingen gemacht haben, auch viele Vorteile haben kann. Es ging uns hier nicht um eine 180 Grad Wende – wir glauben nach wie vor an die generellen Vorteile der dezentralen Unterbringung. Aber wir sehen auch, welche Vorteile diese Unterbringungsform im Vergleich zur aktuellen Situation in Ilvesheim hat. 

 

Neue Termine

  • Wir werden in Zukunft nicht mehr zwei, sondern nur noch eine Veranstaltung pro Monat machen, da es wenige Ehrenamtliche gibt, die 2 Veranstaltungen pro Monat besuchen, aber auch weil uns die Vorbereitung und Organisation einfach zu viel Kraft kostet. Bis Ende des Jahres haben wir geplant:
  • Café der Kulturen im JUZ               16. Oktober17:00 Uhr
  • AKI Sitzung im Witzkeller/Hirsch   19. November19:00 Uhr
  • AKI Jahresabschluss im JUZ           11. Dezember19:00 Uhr

 

Fortbildung für Ehrenamtliche (mehr Infos im Chat und im Kalender)

 

Gemeinde Ilvesheim

Wir haben Neuzuzüge:

  • 2 Somalier und 3 Gambier sind angekommen. Sie sind in der Verbindungsstraße untergebracht worden. Wir wurden rechtzeitig informiert und haben alles gut vorbereiten und die Flüchtlinge willkommen heißen können.
  • Am 14. Juni sollte ein Gambier im Dudahaus einziehen. Wir wurden erst 2 Tage zuvor darüber informiert, dass sowohl die Integrationsmanagerin wie auch die Integrationsbeauftragte nicht dabei sein werden. Wir waren nicht in der Lage so kurzfristig jemanden zu schicken. Das ganze ging gründlich schief. Danach wurde noch ein Fehlversuch im gleichen Haus, sowie einer bei den Syrern unternommen. Der Junge kam glücklicherweise zunächst bei Bekannten in Mannheim unter. Er ist inzwischen doch noch im Dudahaus einquartiert worden.
  • Ende September kam ein Behinderter (im Rollstuhl) aus Russland. Er ist in einer behindertengerechten Wohnung in der Goethestraße untergebracht. Es ist sehr ehrenwert, dass die Gemeinde auch für solche schweren Schicksale Unterbringungsmöglichkeiten bereitstellt. Bereits im Vorfeld hatten wir die Gemeinde darauf aufmerksam gemacht, dass wir keine Kapazitäten zur Betreuung dieser Person haben werden. Leider war die Unterbringung nicht gut vorbereitet. Bei der Ankunft war die Wohnung bis auf einen Kühlschrank komplett leer. Mitarbeiter des nachbarlichen Pflegeheims wurden von Angela um Hilfe gebeten. Er hatte sein Bett mitgebracht und inzwischen auch eine Küche bekommen. Außerdem half der AKI mit Kleinmöbeln und Hausrat aus unserem Fundus.
  • Sehr einfach war der Zuzug einer Frau aus Eritrea in die Hauptstrasse.

 

Fussball

  • Für die Kosten für den Fußballverein kann ein Antrag auf „Bildung und Teilhabe“ beim Rhein-Neckar-Kreis gestellt werden. Frau Schütt kann dabei unterstützen.

 

Geburtsurkunden für in Deutschland geborene Kinder

  • Grundvoraussetzung für die Ausstellung einer Geburtsurkunde ist, dass die Eltern des Kindes einen Pass vorlegen. Zum Geburtseintrag wird hingewiesen 
    • auf die Staatsangehörigkeit der Eltern, wenn sie nicht Deutsche sind und ihre ausländische Staatsangehörigkeit nachgewiesen ist
    • bei einem Kind, dessen Eltern miteinander verheiratet sind, auf deren Eheschließung
    • auf die Beurkundung der Geburt der Mutter und des Vaters
    • auf den Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit des Kindes nach § 4 Absatz 3 des Staatsangehörigkeitsgesetzes
    • auf das Sachrecht, dem die Namensführung des Kindes unterliegt.
    • Einige Standesämter in Deutschland geben einen beglaubigten Auszug aus dem Geburtenregister an die Familie (nach positiver Prüfung beim Ausländeramt) aus.

 

Immer uffbasse

  • Der Starkregen in Ilvesheim hat leider auch unseren Lagerraum in der Schule nicht trocken gelassen. Das Wasser floss über die Haupttreppe direkt unter der Tür in den Raum. Am 1. August wurden die Dinge für den Sperrmüll bereitgestellt, die nicht mehr zu gebrauchen waren. Danke an den Bauhof für die Unterstützung.

 

  • Warnung! In der jüngsten Vergangenheit haben sich mehrfach Personen als Mitarbeitende des BAMF ausgegeben und zu einem Gespräch gebeten, in dem sie Asylantragsteller intensiv befragt haben. Teilweise geschah dies unter dem Vorwand, es gehe um eine zweite Anhörung. Wichtig: Das Bundesamt führt keine Hausbesuche durch! Es handelt sich nicht um Mitarbeitende des Bundesamtes! Das Bundesamt hat deshalb Strafanzeige gestellt. Solltest du ähnliches beobachten, melde es bitte sofort der Polizeidienststelle in Ladenburg.Jobcentre

 

 

Jobcentre

  • Dolmetscher Telefon: Flüchtlingen kann von den Sachbearbeitern der Leistungs- oder Vermittlungsabteilung auch mithilfe von Dolmetschern in den gängigen Sprachen geholfen werden. Sie haben dazu Zugriff auf eine interne Telefonnummer dazu. Du musst also nicht immer mitgehen!
  • Abtretungserklärungen für die Zahlung der Unterbringungsgebühren werden nicht mehr angenommen. Stattdessen wird der Betrag direkt dem Flüchtling auf sein Konto überwiesen. Zur Bezahlung der Gebühr muss dann ein Dauerauftrag bei der Sparkasse/Bank eingerichtet werden. 

 

 

 

Rhein Neckar Kreis

Infos vom Kreisweiten Ehrenamtstreffen:

  • Nach dem Rückgang der neuankommenden Flüchtlingen in Deutschland zeichnet sich nun auch zeitversetzt eine Entwicklung in die gleiche Richtung bei uns im Rhein-Neckar-Kreis ab. Neue Zahlen findest du auf www.integration-ilvesheim.de im Bereich „Informationen“.

 

Anschlussunterbringung

  • Wann erhält eine Gemeinde die Informationen, wer und wann in ihre Gemeinde kommt? Es findet anders herum statt, die Gemeinde meldet freien Platz und sagt wann und wen (Nationalität, Familienstand, ...) sie haben möchte -> die Gemeinde weiß als erstes wann jemand kommt. Zuständig für Ilvesheim ist Frau Kocal.
  • MoBio (=mobile Biografie): es wird versucht möglichst viele Daten über Interessen und Fähigkeiten schon in der vorläufigen Unterbringung zu sammeln. Zugriff auf diese Daten haben die Integrationsmanager – sofern der Geflüchtete zustimmt. Diese neue Datenbank soll die Basis für die individuellen Integrationspläne bilden.
  • Krankenscheine werden nicht mehr an Geflüchtete selbst ausgehändigt. Er/sie meldet den Gesundheitszustand bei der Leistungsabteilung und gibt an welcher Arzt die Behandlung durchführen wird. Von dort wird dann der Krankenschein direkt an die Arztpraxis gesendet. Kinder, Schwangere oder chronisch Kranke können zu Quartalsanfang einen Krankenschein bei der Verwaltung anfordern und diesen dem Kinder- oder Hausarzt zusenden lassen. Es muss noch kein Arzttermin und kein schlechter Gesundheitszustand vorliegen. So kann diese Personengruppe immer sofort, ohne großen Aufwand, zum Arzt gehen kann. 

 

Familiennachzug

  • Es ist soweit – jetzt können Flüchtlinge mit subsidiärem Schutz wieder auf Familiennachzug hoffen. Es gibt  bereits 34.000 Terminanfragen von Antragstellern für einen Familiennachzug bei den deutschen Botschaften. Allerdings stammen viele dieser Anfragen aus den letzten beiden Jahren, als der Nachzug „ausgesetzt“ war. Inzwischen sind wohl etliche dieser Flüchtlinge gar nicht mehr in Deutschland oder haben ihre Angehörigen mittlerweile mit Hilfe von Schleppern bereits nachgeholt. Bis Ende 2018 sollen insgesamt 5.000 Menschen zu ihren Familienangehörigen in Deutschland kommen dürfen. Ab Januar 2019 gilt dann eine starre Kontingent-Regelung von 1000 Visa pro Monat. 

 

Passbeschaffung

  • Wie an einem konkreten Fall zu erfahren war, hat die syrische Botschaft in Deutschland die Gebühren für die Ausstellung eines Passes drastisch erhöht. In dem konkreten Fall hat die Botschaft von einem geflüchteten Syrer für die Neuausstellung eines Passes 680.- € verlangt.  

 

Zur Erinnerung!

Wie du schon mit extra Post erfahren hast, soll es bald im JUZ mit der neuen Fahrradwerkstatt losgehen und Helfer werden immer noch gesucht.

 

Das war viel, aber das war’s

 In der langen Zeit seit dem letzten Newsletter ist natürlich sehr viel passiert. Wir können hier nicht alle Infos weitergeben, sonst wäre es ein Buch. Deshalb kann hier auch die ein oder andere Info, auf die du vielleicht gewartet hast, fehlen. Falls du Fragen zu (fehlenden?) Inhalten oder Details dieses Newsletters hast, so wende dich bitte an uns. Wir beantworten deine Fragen und nehmen auch gerne Ratschläge oder Ideen entgegen: redaktion@integration-ilvesheim.de. Oder sprich mit uns – z.B. beim Café der Kulturen am 16. Oktober im JUZ!

 

     Euer Lenkungskreis