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Ilvesheim Luftperspektive © Kreutzer, Rhein Neckar Zeitung
Ilvesheim Luftperspektive © Kreutzer, Rhein Neckar Zeitung

Flüchtlinge in Ilvesheim

Hintergrund

 

Baden-Württemberg trägt bei der Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland eine Hauptlast. Das hängt damit zusammen, dass sich die Aufnahmequoten nach dem „Königsteiner Schlüssel“ richten. Die Steuereinnahmen eines Bundeslandes sind dabei das entscheidende Kriterium. Nach der Verteilung auf die Bundesländer erfolgt die Zuweisung der Asylbewerber auf die Stadt- und Landkreise. Die Nationalität, das Geschlecht, die Familienkonstellation oder die genaue Anzahl an Personen, die der Gemeinde zugewiesen werden, können die Kommunen nicht maßgeblich beeinflussen. Auch die Anzahl der Zuwanderer ist schwer prognostizierbar, da sie, bedingt durch Faktoren wie politische Entscheidungen auf EU-Ebene oder politische Prozesse in den Heimatstaaten, starken Schwankungen unterliegt. Fest steht jedoch, dass die Gemeinde Ilvesheim in in der Pflicht steht, weitere Flüchtlinge mit Anschlussunterbringungen zu versorgen. 


Die lokale Situation in Ilvesheim

 

Aktuell befinden sich in Ilvesheim 87 Geflüchtete und 2018 erwarten wir weitere 64 (Informationsstand: 12/2017). Wir werden dann also ca. 150 Flüchtlinge in der Gemeinde haben. Es handelt sich dabei sowohl um Familien mit Kindern, Ehepaare und Alleinstehende Personen. Sie kommen hauptsächlich aus Syrien, dem Irak, Eritrea und Gambia (Übersicht). 

 

Diese Menschen befinden sich in sehr verschiedenen Lebenslagen. Wir haben Familienväter, die auf ihre Familie warten, wir haben Jugendliche, die gerne Ihre Freizeit mit Gleichaltrigen verbringen würden, es gibt Menschen, die euphorisch ein neues Leben beginnen möchten und deshalb mit großem Fleiß dabei sind, deutsch zu lernen. Einige haben bereits Arbeit gefunden, aber für die meisten ist das bisher noch ein unerfüllter Traum geblieben. Es gibt junge Familien, die hier zu ersten Mal damit beginnen ein normales Familienleben zu führen, da sie dazu weder in ihrer Heimat noch auf der Flucht eine Gelegenheit hatten. Es gibt Kinder, die erst hier bemerken was es heißt, einfach ein Kind zu sein – mit Schule oder Kindergarten, mit Freunden, Freizeit, Spaß und neuen Erfahrungen.

 

Neben diesen vielen glücklichen oder hoffnungsvollen Menschen haben wir aber auch solche, die ein Trauma in sich tragen. Manche von ihnen haben immer noch eine gewisse Scheu auf andere zuzugehen, andere leiden unter Schlafstörungen, die aus Albträumen herrühren, oder haben Probleme überhaupt zu schlafen. Trauma-Bewältigung ist eine große Herausforderung.

 

Es gibt eine bunte Mischung aus verschiedenen Religionszugehörigkeiten – viele gehören muslimischen Glaubensrichtungen an, aber es gibt auch Menschen mit christlichem Glauben aus den Religionsgemeinschaften verschiedener katholischer Gemeinden und andere.

 

Viele einzelne Schicksale also – und viel Bedarf für eine Unterstützung, die helfen soll, diese Menschen in ein normales selbstbestimmtes Leben zu führen, mit eigenem Einkommen, einer eigenen Wohnung und der eigenen Familie. Und wir wollen helfen, die ersten Schritte dazu möglich zu machen.

 


Die Unterbringung

 

Unsere Ilvesheimer Flüchtlinge kommen aus dem Aufenthalt in einer Erstaufnahmeeinrichtung, und einem darauffolgenden in der sogenannten „vorläufigen Unterbringung“ aus Orten im Rhein-Neckar-Kreis. Wird der Asylantrag der Flüchtlinge anerkannt oder befinden sie sich bereits 24 Monate in den vorläufigen Unterbringungen, fallen sie in den Verantwortungsbereich der Städte und Gemeinden. Jede Stadt bzw. Gemeinde hat nun ein bestimmtes Kontingent an Flüchtlingen aufzunehmen und deren „Anschlussunterbringung“ sicherzustellen. 

 

Wünschenswert ist eine dezentrale Unterbringung in Mietwohnungen. In Ilvesheim steht diese Optionen, aufgrund der angespannten Wohnraumsituation, nur sehr begrenzt zur Verfügung. Die Gemeinde versucht genügend Wohnraum für diesen Zweck, auch für die nächsten Jahre, zu Verfügung stellen zu können. Da alle diese Möglichkeiten den Bedarf in den nächsten Jahren voraussichtlich nicht decken werden, ist ein Bauprojekt in Planung

 

Der aktuelle Bedarf wird durch gemeindeeigene Häuser und Wohnungen sowie von Privat angemietete Objekte gedeckt. Zur Zeit verteilen sich die untergebrachten Flüchtlinge über Ilvesheim an 16 verschiedenen Stellen. 

 

Die Gemeinde stellt lediglich den Wohnraum mit Küche mit Herd und Kühlschrank, Badezimmer, Spind, Bettgestell und Matratze zur Verfügung. Dafür muss von den Geflüchteten die Miete und (relativ hohe) pauschale Nebenkosten bezahlt werden. Da man zum Wohnen noch etwas mehr braucht, versuchen wir vom Arbeitskreis die Wohnungen mit einer Grundausstattung mit Tisch und Stühlen, Kleiderschrank und Kommoden, sowie Geschirr, Töpfen, Pfannen, Putzzeug, Bettzeug und Bettwäsche sowie anderen Haushaltsgegenständen auszurüsten.