Integration ist einfacher,

 

wenn sich alle daran beteiligen!

 

  

Nichts macht glücklicher als anderen zu helfen!

 

Engagier dich für Flüchtlinge in Ilvesheim! Jetzt! Hier!

 

 


Das Leben in einer Ilvesheimer Flüchtlings-WG

Vielfalt der Religionen

 

Verschiedene Religionen werden normalerweise problemlos akzeptiert. Da zieht sich eben der Muslim mal mit seinem Teppich kurz in ein anderes Zimmer zurück – und, dass der Christ vor dem Essen betet, stört die anderen auch nicht. Gemeinsames Essen findet in aller Regel nicht statt. 

 

Religion ist auch ein Grund, warum gemeinsames Essen selten stattfindet. Muslime haben einmal im Jahr Ramadan. Jeder Muslim sollte in diesem (Mond-)Monat nach ganz bestimmten Regeln fasten. Es ist eine der „Fünf Säulen“ im Islam. Gefrühstückt wird schon vor Beginn der Morgendämmerung. Fast jeder isst mehr als sonst und trinkt vor allem viel, denn tagsüber wird nichts gegessen und getrunken. Etliche, aber bei weitem nicht alle, unserer islamischen Flüchtlinge in Ilvesheim folgen diesen Regeln. Bei einer Beschäftigung mit schwerer körperlicher Arbeit wird nicht gefastet.

Bei den orthodoxen Christen, z.B. aus Eritrea wird es dagegen für unsere Begriffe extrem kompliziert. Es gibt 180 Fastentage im Jahr: jeden Mittwoch und jeden Freitag, 40 Tage vor Ostern, die Apostelfastenzeit (jedes Jahr unterschiedlich lang), das 14 tägige Gottesmutterfasten und das 40 tägige Weihnachtsfasten. Außerdem gibt es noch einzelne Fastentage, z.B. am 5. Januar, 29. August und 14. September. 

 

Das Fasten besteht meist im Ausschluss von Wein/Spirituosen, Öl und tierischen Fetten (Fleisch, Fisch, Eier, Butter, Milchprodukten). Unsere Flüchtlinge leben dann also von Brot, Nudeln, Reis, Oliven, Gemüse und Obst. Allerdings gibt es auch Sonderregeln, z.B. falls bestimmte Fastentage auf einen Samstag oder Sonntag fallen oder sich ein einzelner Fastentag innerhalb einer generellen Fastenzeit befindet. Tierische Eiweiße sind fast an allen Fastentagen verboten, an anderen sind aber Eier und Milchprodukte wiederum erlaubt. Es gibt allerdings auch fastenfreie Wochen, nämlich die Woche nach Ostern, die Woche nach Weihnachten, die Woche nach Theophanien und die Woche nach Pfingsten. 

 

Man kann unseren Flüchtlingen den Grad der Frömmigkeit ansehen. Manche schätze ich auf weniger als 50kg. Das kann für manche Frau ein Traum sein – bei einem erwachsenen Mann entsteht aber schon eher die Sorge „wie soll der mal einen kompletten deutschen Arbeitstag durchstehen“?

 

Falls Sie Lust haben, Geflüchteten bei ihrem Neuanfang zu helfen, nehmen Sie bitte Kontakt mit doris.hartmann@integration-ilvesheim.de auf. Oder kommen Sie einfach mal vorbei – z.B. zum Café der Kulturen am 16. Oktober um 19 Uhr im JUZ.


Was ist eigentlich Integration?

 

Menschen mit Migrationshintergrund verfügen in Bezug auf Bildungserfolge, Sprachkenntnisse, die Ausbildungs- und Erwerbsbeteiligung sowie weitere Bereiche des gesellschaftlichen Lebens oft nicht über gleichberechtigte Teilhabe. Es ist für das friedliche Zusammenleben von Menschen mit unterschiedlichen kulturellen und religiösen Wurzeln und den Zusammenhalt der Gesellschaft jedoch von großer Bedeutung, dass gleichberechtigte Teilhabe für alle in Ilvesheim lebenden Menschen realisiert wird.

 

Die Voraussetzung dafür ist Chancengleichheit – sie soll in den zentralen Lebensbereichen wie dem Bildungssystem, dem Arbeitsmarkt, dem Wohnungsmarkt sowie dem Vereins- und Freizeitleben für alle Menschen in Ilvesheim bestehen. Es gibt nämlich nicht „die Integration in die Gesellschaft“, sondern lediglich Integrationsprozesse in verschiedenen Teilbereichen Deshalb setzen wir uns ein für Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten, Bildungschancen, Sprachkurse, das alltägliche Zusammenleben, z. B. am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft, im Kindergarten, in der Schule und im Verein und die Abwehr von Diskriminierung. Flüchtlinge müssen allerdings auch bereit sein, diese anzunehmen und grundsätzlich das ihnen Mögliche tun, um gesellschaftliche Teilhabe zu erreichen. Eine wichtige Voraussetzung erfolgreicher Integration ist deshalb, dass alle hier lebenden Menschen unabhängig von ihrer Herkunft oder vom Vorliegen eines Migrationshintergrunds bereit sind, Anerkennung und Respekt für einander sowie Offenheit für Angehörige anderer Kulturen und Religionen aufzubringen. Nur wer sich anerkannt und respektiert fühlt, wird auch bereit sein, unsere Gesellschaft aktiv mitzugestalten.

 

Erfolgreiche Integration bedingt das Zusammenwirken und das Engagement der Menschen in Ilvesheim. Dies bedeutet, dass die Gesellschaft Menschen mit Migrationshintergrund Angebote zur Beteiligung eröffnen muss. Und von Menschen mit Migrationshintergrund werden der Wille und das Engagement zur Annahme dieser Angebote erwartet, etwa beim Erwerb der deutschen Sprache.

 

In der Integrationsarbeit hat die Vermittlung der im Grundgesetz fest-geschriebenen und zwingend erforderlichen normativen Grundlagen

Vorrang. Zugleich wollen wir

Neuzugewanderte 

dafür sensibilisieren, auf spezifische gesellschaftliche Werte oder Alltagskonventionen zu achten - die sie so eventuell aus ihrer Heimat nicht kennen - und diese wenn nötig zu respektieren (Alltagsregeln, z.B. Pünktlichkeit). 

 

Erfolgreiche Integrationsarbeit für Flüchtlinge wird uns helfen, den demokratischen Wandel zu bewältigen und das Armutsrisiko zu vermindern. Erworbene Qualifikationen geben Flüchtlingen auch die Möglichkeit einer „Rückkehr mit Perspektive“, also eine Form der Entwicklungshilfe dar. Dies kann langfristig auch dazu beitragen, Fluchtursachen zu bekämpfen.

Es ist also nicht nur ein Gebot des Asylrechts, sondern vor allem der Menschlichkeit und eines vorausschauenden Blickes in eine Zukunft, in der wir gemeinsam mit diesen Menschen leben werden, die ankommenden Geflüchteten in unserer Gemeinde zu unterstützen und gemeinsame Werte zu leben.

 

Alle Informationen über unsere Arbeit und die Flüchtlinge in Ilvesheim finden Sie auf www.integration-ilvesheim.de