Integration ist einfacher,

 

wenn sich alle daran beteiligen!

 

  

Nichts macht glücklicher als anderen zu helfen!

 

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ILVESHEIM

 

MM: ILVESHEIM AUSSCHUSS FÜR INTEGRATION UND TEILHABE TAGT ERSTMALS

„Wir brauchen mehr Personal“

 

18. Januar 2019              Autor: Klaus Neumann

 

„Es ist wichtig, sich mit dem Thema Integration grundlegend zu befassen“. Bei der ersten Sitzung des im vergangenen Jahr gegründeten Ausschusses für Integration und Teilhabe betonte Ilvesheims Bürgermeister Andreas Metz eine notwendige Aufgabe. Um dieser gerecht zu werden arbeitet das neue Gremium an einem Konzept. „Durch dieses soll eine Strukturierung der bereits bestehenden Arbeit vorgenommen werden, um auf diese Weise eventuelle Lücken aufzudecken und Prozesse zu optimieren“, heißt es in dem Papier. Die entsprechenden Ausführungen dienten jetzt als Diskussionsgrundlage.

 

Aktuell kümmert sich die Integrationsmanagerin Katharina Schütt hauptamtlich um Flüchtlinge sowie ehrenamtlich die Mitglieder des Arbeitskreises Integration. Bei der Sitzung am Mittwochabend, an der auch von jeder Fraktion ein Vertreter teilnahm, war der Status quo ebenso ein Thema wie Perspektiven. Allgemein wurde konstatiert, dass der Personenkreis, der sich um Flüchtlinge kümmere, die Belastungsgrenze erreicht habe. An schnelle Abhilfe glaubte der Kreis nicht. „Es wird eine Weile dauern, eine gute Basis zu schaffen, auf der man aufbauen könne“, schätzt Bürgermeister Metz.

 

Zudem würden viele Dinge nicht in der Hand der Kommune liegen, wurde argumentiert. So beispielsweise eine Aufstockung des Personals, das sich um Flüchtlinge kümmert. AK-Vertreter als auch der Bürgermeister sahen diese Notwendigkeit. „Wir bräuchten mehr Manpower in diesem Bereich“, formulierte Metz unmissverständlich. Diese Forderung indessen sollte auf die politische Schiene gehoben werden, was auch Peter Riemensperger (Freie Wähler) unterstützte. „Der Appell muss sich ans Land richten. Hier werden die Ressourcen zur Verfügung gestellt“, nannte das Ortsoberhaupt die Ansprechpartner. Die Landtagsabgeordneten gelte es zu sensibilisieren, riet Metz. Die AK will sogar an Ministerpräsident Winfried Kretschmann schreiben.

 

Hoher Arbeitsanfall

Den hohen Arbeitsanfall hatte Katharina Schütt, seit 1. Januar 2018 Integrationsmanagerin in Ilvesheim, dokumentiert. Seit Beginn ihrer Tätigkeit betreut sie 105 Personen. Sie sei bei den verschiedensten Maßnahmen gefordert, so Schütt. Neben der allgemeinen Beratung müsse sie sich um Themen wie Arbeitsmarkt, Asylverfahren, Bildung, Existenzsicherung, Gesundheit, Rechtsberatung oder Behördengänge kümmern. Sie bedauert, dass sie sehr ans Büro gebunden sei. Dazu trage eine hohe Besucherfrequenz wie auch die Erstellung von Statistiken und Dokumentationen bei.

 

Bürgermeister Metz informierte, dass aktuell 110 Asylsuchende, beziehungsweise Flüchtlinge Hilfe benötigten. 40 Zugänge würden in diesem Jahr erwartet. Entlastung auf dem Wohnungsmarkt erwartet die Gemeinde durch Bauprojekte (drei Wohnungen) im Mühlkopf und in der verlängerten Mozartstraße (acht Wohnungen). Für beide Vorhaben liegen die Baugenehmigungen vor.

 

Widerspruch gegen Bebauung

Bauamtsleiter Pascal Tholé schätzt, dass die Häuser 2020 stehen. Dann könnten die Wohnungen von Flüchtlingen oder sozial Schwachen bezogen werden. Gegen die Bebauung in der Mozartstraße regt sich nach wie vor Widerstand. Die Interessengemeinschaft Pro Integration Ilvesheim hat Widersprüche gegen die Belegung eingereicht.

 

Dieter Münster, Sprecher beim AK Integration, distanzierte sich in von der Interessengemeinschaft, die in seinen Augen entgegen ihres Namens gar nichts für die Integration tue. Es gehe ihr um die Abwehr von Unterkünften. Nach Münsters Worten müsse zudem für jeden nachvollziehbar sein, dass hilfsbedürftige Einheimische nicht hinten runter fallen würden. Das Engagement des Arbeitskreises für die Flüchtlinge hatte Doris Hartmann geschildert. Sie erwähnte unter anderem eine Hausaufgabenhilfe, Deutschunterricht, einen Spielnachmittag, die Betreuung durch Paten oder das Café der Kulturen. Zweimal im Jahr soll sich der beratende Ausschuss treffen. Themen sind dann auch ein Ausländerbeirat, ein Migrantenrat sowie die Einbindung von Flüchtlingen in die Vereine der Kommune.

 

© Mannheimer Morgen, Freitag, 18.01.2019


Was ist eigentlich Integration?

 

Menschen mit Migrationshintergrund verfügen in Bezug auf Bildungserfolge, Sprachkenntnisse, die Ausbildungs- und Erwerbsbeteiligung sowie weitere Bereiche des gesellschaftlichen Lebens oft nicht über gleichberechtigte Teilhabe. Es ist für das friedliche Zusammenleben von Menschen mit unterschiedlichen kulturellen und religiösen Wurzeln und den Zusammenhalt der Gesellschaft jedoch von großer Bedeutung, dass gleichberechtigte Teilhabe für alle in Ilvesheim lebenden Menschen realisiert wird.

 

Die Voraussetzung dafür ist Chancengleichheit – sie soll in den zentralen Lebensbereichen wie dem Bildungssystem, dem Arbeitsmarkt, dem Wohnungsmarkt sowie dem Vereins- und Freizeitleben für alle Menschen in Ilvesheim bestehen. Es gibt nämlich nicht „die Integration in die Gesellschaft“, sondern lediglich Integrationsprozesse in verschiedenen Teilbereichen Deshalb setzen wir uns ein für Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten, Bildungschancen, Sprachkurse, das alltägliche Zusammenleben, z. B. am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft, im Kindergarten, in der Schule und im Verein und die Abwehr von Diskriminierung. Flüchtlinge müssen allerdings auch bereit sein, diese anzunehmen und grundsätzlich das ihnen Mögliche tun, um gesellschaftliche Teilhabe zu erreichen. Eine wichtige Voraussetzung erfolgreicher Integration ist deshalb, dass alle hier lebenden Menschen unabhängig von ihrer Herkunft oder vom Vorliegen eines Migrationshintergrunds bereit sind, Anerkennung und Respekt für einander sowie Offenheit für Angehörige anderer Kulturen und Religionen aufzubringen. Nur wer sich anerkannt und respektiert fühlt, wird auch bereit sein, unsere Gesellschaft aktiv mitzugestalten.

 

Erfolgreiche Integration bedingt das Zusammenwirken und das Engagement der Menschen in Ilvesheim. Dies bedeutet, dass die Gesellschaft Menschen mit Migrationshintergrund Angebote zur Beteiligung eröffnen muss. Und von Menschen mit Migrationshintergrund werden der Wille und das Engagement zur Annahme dieser Angebote erwartet, etwa beim Erwerb der deutschen Sprache.

 

In der Integrationsarbeit hat die Vermittlung der im Grundgesetz fest-geschriebenen und zwingend erforderlichen normativen Grundlagen

Vorrang. Zugleich wollen wir

Neuzugewanderte 

dafür sensibilisieren, auf spezifische gesellschaftliche Werte oder Alltagskonventionen zu achten - die sie so eventuell aus ihrer Heimat nicht kennen - und diese wenn nötig zu respektieren (Alltagsregeln, z.B. Pünktlichkeit). 

 

Erfolgreiche Integrationsarbeit für Flüchtlinge wird uns helfen, den demokratischen Wandel zu bewältigen und das Armutsrisiko zu vermindern. Erworbene Qualifikationen geben Flüchtlingen auch die Möglichkeit einer „Rückkehr mit Perspektive“, also eine Form der Entwicklungshilfe dar. Dies kann langfristig auch dazu beitragen, Fluchtursachen zu bekämpfen.

Es ist also nicht nur ein Gebot des Asylrechts, sondern vor allem der Menschlichkeit und eines vorausschauenden Blickes in eine Zukunft, in der wir gemeinsam mit diesen Menschen leben werden, die ankommenden Geflüchteten in unserer Gemeinde zu unterstützen und gemeinsame Werte zu leben.

 

Alle Informationen über unsere Arbeit und die Flüchtlinge in Ilvesheim finden Sie auf www.integration-ilvesheim.de