Integration ist einfacher,

 

wenn sich alle daran beteiligen!

 

  

Nichts macht glücklicher als anderen zu helfen!

 

Engagier dich für Flüchtlinge in Ilvesheim! Jetzt! Hier!

 

 


Das Leben in einer Ilvesheimer Flüchtlings-WG

- der Anfang ist nicht einfach.

 

Der Anfang

Es kommt der erste Abend. Man macht gemeinsam mit den neuen Bettnachbarn Einkäufe und versucht ein Abendessen zusammen zu brutzeln. Hier scheiden sich die Geister oft schon, weil Muslime nicht das gleiche essen wollen wie Christen, oder weil man von zu Hause etwas anderes gewöhnt ist, oder ganz einfach weil die Geschmäcker verschieden sind. Bereits nach wenigen Tagen wird normalerweise schon nicht mehr gemeinsam gekocht, da auch der individuelle Tagesablauf sehr verschieden sein kann. Einer geht zur Nachtschicht und kommt gerade nach Hause wenn der andere aufsteht. Der muss um 7 Uhr los zur Schule. Der nächste hat nur nachmittags Schule, muss erst um 11:30 los, und schläft noch. Und dann gibt’s da noch einen, der muss nirgendwo hin. Er hat nachts bis 2 Uhr gechattet und schläft einfach bis er keine Lust mehr hat.

 

Obwohl die Betten manchmal nur 30cm auseinanderstehen versucht sich jeder in seinem ein privates Umfeld zu schaffen. Der eine hängt ein Bild von der heiligen Familie an die Wand, der andere beginnt mit einem Bettlaken eine Art Wand um sein Bett zu bauen. 

 

Ein „Wohnzimmer“, im Sinne wie wir es verstehen, ist zwar vorhanden, wird aber in erster Linie als Besprechungsraum genutzt, wenn gemeinsam mit Paten über Formularen oder über Briefen gebrütet wird, die eingegangen sind – oder wenn sonstiger Besuch kommt. Klassische Wohnzimmerelemente, wie z.B. einen Fernseher, gibt es leider manchmal nicht, da keine Anschlussmöglichkeit besteht. Dagegen steht hier schon mal der Wäscheständer, das Bügelbrett oder die Heimorgel, die auf dem Flohmarkt für wenig Euro gekauft wurde. Es passiert auch, dass jemand seine Matratze ins Wohnzimmer legt, weil er dort besser schläft als im Schlafzimmer, wo einer noch Musik hören will und der andere die kleine Nähmaschine vom Flohmarkt anwirft, um Kleidung auszubessern – während der dritte versucht Hausaufgaben zu machen.

 

Von ihrer Ankunft an benötigen Flüchtlinge immer wieder Unterstützung in verschiedenen Situationen. Eine kontinuierliche Betreuung durch Paten ist daher wünschenswert. Wir versuchen alle Flüchtlinge mit Paten zu betreuen. Leider ist das aber momentan bei Neuankömmlingen nicht mehr möglich, da wir nicht genug ehrenamtliche Paten haben. Falls Sie Lust haben, Geflüchteten bei ihrem Neuanfang zu helfen, nehmen Sie bitte Kontakt mit doris.hartmann@integration-ilvesheim.de auf. Wenn Sie Ihre Telefonnummer angeben, ruft  sie auch gerne zurück.

 


Was ist eigentlich Integration?

 

Menschen mit Migrationshintergrund verfügen in Bezug auf Bildungserfolge, Sprachkenntnisse, die Ausbildungs- und Erwerbsbeteiligung sowie weitere Bereiche des gesellschaftlichen Lebens oft nicht über gleichberechtigte Teilhabe. Es ist für das friedliche Zusammenleben von Menschen mit unterschiedlichen kulturellen und religiösen Wurzeln und den Zusammenhalt der Gesellschaft jedoch von großer Bedeutung, dass gleichberechtigte Teilhabe für alle in Ilvesheim lebenden Menschen realisiert wird.

 

Die Voraussetzung dafür ist Chancengleichheit – sie soll in den zentralen Lebensbereichen wie dem Bildungssystem, dem Arbeitsmarkt, dem Wohnungsmarkt sowie dem Vereins- und Freizeitleben für alle Menschen in Ilvesheim bestehen. Es gibt nämlich nicht „die Integration in die Gesellschaft“, sondern lediglich Integrationsprozesse in verschiedenen Teilbereichen Deshalb setzen wir uns ein für Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten, Bildungschancen, Sprachkurse, das alltägliche Zusammenleben, z. B. am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft, im Kindergarten, in der Schule und im Verein und die Abwehr von Diskriminierung. Flüchtlinge müssen allerdings auch bereit sein, diese anzunehmen und grundsätzlich das ihnen Mögliche tun, um gesellschaftliche Teilhabe zu erreichen. Eine wichtige Voraussetzung erfolgreicher Integration ist deshalb, dass alle hier lebenden Menschen unabhängig von ihrer Herkunft oder vom Vorliegen eines Migrationshintergrunds bereit sind, Anerkennung und Respekt für einander sowie Offenheit für Angehörige anderer Kulturen und Religionen aufzubringen. Nur wer sich anerkannt und respektiert fühlt, wird auch bereit sein, unsere Gesellschaft aktiv mitzugestalten.

 

Erfolgreiche Integration bedingt das Zusammenwirken und das Engagement der Menschen in Ilvesheim. Dies bedeutet, dass die Gesellschaft Menschen mit Migrationshintergrund Angebote zur Beteiligung eröffnen muss. Und von Menschen mit Migrationshintergrund werden der Wille und das Engagement zur Annahme dieser Angebote erwartet, etwa beim Erwerb der deutschen Sprache.

 

In der Integrationsarbeit hat die Vermittlung der im Grundgesetz fest-geschriebenen und zwingend erforderlichen normativen Grundlagen

Vorrang. Zugleich wollen wir

Neuzugewanderte 

dafür sensibilisieren, auf spezifische gesellschaftliche Werte oder Alltagskonventionen zu achten - die sie so eventuell aus ihrer Heimat nicht kennen - und diese wenn nötig zu respektieren (Alltagsregeln, z.B. Pünktlichkeit). 

 

Erfolgreiche Integrationsarbeit für Flüchtlinge wird uns helfen, den demokratischen Wandel zu bewältigen und das Armutsrisiko zu vermindern. Erworbene Qualifikationen geben Flüchtlingen auch die Möglichkeit einer „Rückkehr mit Perspektive“, also eine Form der Entwicklungshilfe dar. Dies kann langfristig auch dazu beitragen, Fluchtursachen zu bekämpfen.

Es ist also nicht nur ein Gebot des Asylrechts, sondern vor allem der Menschlichkeit und eines vorausschauenden Blickes in eine Zukunft, in der wir gemeinsam mit diesen Menschen leben werden, die ankommenden Geflüchteten in unserer Gemeinde zu unterstützen und gemeinsame Werte zu leben.

 

Alle Informationen über unsere Arbeit und die Flüchtlinge in Ilvesheim finden Sie auf www.integration-ilvesheim.de